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Aserbaidschan
#1
Brick 
05.11.2015 Borussia Dortmund vs. FK Qabala (Europa League) 4-0

Zu diesem Spiel hatte sich praktisch die ganze aserbaidschanische Fangemeinde aus Deutschland angekündigt, aber als die Eintrittspreise von 44,90 Euro für den Gästeblock bekannt wurden, zogen viele Leute ihre Zusagen wieder zurück. Womit ein solch stolzer Preis gerechtfertigt wurde, ließ sich nicht herausfinden.
Mit einer großen Revanche war nach der großen Pleite im Hinspiel leider nicht zu rechnen, obwohl ich Qabala bei so manchem anderen Gegner die drei Punkte zugetraut hätte.

Dieses Mal erhielten wir die rechte Ecke im Unterrang, welche zwar nicht so groß war wie die Ecke im Oberrang, die wir 2010 beim Spiel von Qarabagh hatten. Für die heute 120 anwesenden Türken und Aserbaidschaner reichte der Platz aber vollkommen aus. Sie stellten und setzten sich auf die oberen Reihen, während die unteren Sitze frei blieben.
Das von diversen Medien aufgegriffene Gerücht, nur ein einziger Qabala-Fan sei angereist, und das damit verbundene Foto eines allein sitzenden Zuschauers inmitten leerer Ränge, ist schlichtweg eine Ente!
Eine Handvoll der Gästefans, welche Schals von Qabala trugen, schienen aus Aserbaidschan gekommen zu sein und verteilten unter den anderen Unterstützern rot-schwarze Vereinsfähnchen.
Auf den Rängen der Dortmunder hingen hier und dort Armenien-Flaggen, die mit Sicherheit nicht alle ihrem Spieler Henrikh Mchitarian galten. Die Aufmerksamkeit der Medien hingegen hatte vor dem Hinspiel ausgiebig dem Mittelfeldspieler gegolten, welcher nicht Willens gewesen war, sein Team ins Land des Feuers zu begleiten. Dass man nicht in ein Land reisen möchte, mit dem sich das eigene Volk im Krieg befindet, erscheint mir nachvollziehbar. Dass dann allerdings von vielen Seiten Vorwürfe gegen Aserbaidschan kamen, ist für mich absolut unnachvollziehbar. Letztendlich stand es dem Herrn Mchitarian doch frei, dort hinzufliegen.

Insgesamt 57.000 Zuschauer füllten an diesem Abend das Rund.
Zum Einlauf der Spieler wurden im BVB-Fanblock gelb-schwarze Spruchbänder mit den Aufschriften „Willkommen im Westfalen-Stadion“, „Freiheit für Basti“ und „Meinungsfreiheit für Ultras“ hochgehalten bzw. aufgehängt. Diverse Schwenker und Doppelhalter, welche von einer Schalparade umgeben waren, kamen ebenfalls zum Vorschein. Auch auf dem Spielfeldrand durften einige auserkorene Heimfans mit großen Schwenkern hantieren.
Im Gästeblock wurden die Qabala-Fähnchen gewedelt und ein paar Aserbaidschan- und Türkei-Flaggen hochgehalten. Im Laufe des Spiels füllte er sich noch etwas. Sogar drei Polen standen im Sektor wegen Qabalas Torhüter Dawid Pietrzkiewicz.
Im Verlauf der ersten Halbzeit posierten immer mal wieder Leute mit ihren Fahnen im Gästeblock. Wirklicher Support kam aber leider nicht zustande.
In der 28. Minute ging Dortmund dann in Führung. Noch war ja nicht alles verloren, aber eine Wende schien unrealistisch. Zur 45. Minute fiel dann das 2-0 für Schwarz-Gelb.
Zur 2. HZ stellten sich etwa 25 Personen im Away-Sektor weiter unten zusammen und feuerten nochmal ihre Mannschaft an.
Als dann in der 67. Minute das Eigentor durch Zenjov fiel, ließ die Motivation aber wieder nach. Spätestens nach dem 4. Treffer durch Mchitarian in der 70. Minute konzentrierte man sich lieber auf die komischen Gestalten, die neben dem Gästeblock Mätzchen machten.

Schade um Qabala, aber ich denke, man wird von dem Verein noch öfters etwas hören.
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#2
Gehört Aserbaidschan nicht zu Europa? Sind ja bei UEFA & Co. Dabei... Und die Nachbarländer Georgien & Armenien sind kulturell ja auch eher Europa als dem Nahen Osten zuzurechnen..
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#3
Wenn ich das bei Europa gepostet hätte, wäre es hierher verschoben worden (wie im alten ws, wo es sich allerdings noch monatelang in der Europa-Rubrik halten konnte). Denk doch nur an den Türkei-Thread damals =D
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#4
"Neftcimania" wollte sich mal ganz besonders uldrig hervorheben, und ist nach dem Spiel Qarabagh-Neftci in die leere Azersun Arena von Qarabagh zurückgekehrt um das dort bisher dauerhaft hängende Banner von "Imaret" zu mopsen und vorallem, um es anschließend verkehrt herum vor der eigenen Kamera zu präsentieren. Aber nur für ein stylisches Foto im Internet! Die Nacht darauf brachten sie das Banner wieder ins Stadion zurück.
Hart, hart...
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#5
@Hadschi

wie siehts denn mit Fanszenen dort aus?
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#6
Die meisten Vereine haben eine oder mehrere Gruppen. Ist natürlich nichts ganz Großes, zumindest jenseits von Qarabagh, Neftci und Lenkoran. Gerade bei den kleineren Vereinen und den anderen Clubs aus Baku hat das nach deutschen Maßstäben meistens "Dorf-Ultra"-Niveau. Aber man arbeitet an sich.
Hass-Spiele sind Neftci-Lenkoran, und zwischen Qarabagh und Neftci gibt's auch nicht viele Liebeleien (Öl-Verein gegen Arbeiterverein).
Es gibt im Amateurbereich sogar ein Links-Rechts-Hassderby: Red Star vs. Wolves, wovon die ersten überwiegend der Neftci-Szene und die Anderen dem Qarabagh-Anhang zuzuordnen sind. Da werden dann die Antifa-Fahnen und "Good night, left side"-Banner ausgepackt. =D

Die überregionale Gruppe (Nationalmannschaft und CL+EL-Spiele) heißt "Sector 11" und umfasst Ultras aus allen Szenen.
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#7
gibt´s eigentlich auch religiöse Gruppen in Aserbaidschan? Also so ähnlich wie die La Familia von Beitar Jerusalem oder die Yellow Dragons von Ismaily SC  in Ägypten?
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#8
Religiöse Ultra-Gruppen? Nicht, dass ich wüsste.
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#9
Wolves haben 6-1 gegen Red Star gewonnen, und der Anhang der Erstgenannten hat eine AntiFa-Fahne gezogen.
Ich warte noch auf Details...
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