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Umstritten - CAS Sportsgerichtshof in Lausanne
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Jedes Jahr landen rund 400 Streitfälle vor dem Schweizer CAS – dem internationalen Sportgerichtshof (Court of Arbitration for Sport). Es ist die Instanz für Sportverbände und Nationale Olympische Komitees wenn es um Entscheidungen bei Streitigkeiten geht. Der CAS wurde 1984 auf eine Initiative des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) hin als unabhängiges Schiedsgericht gegründet.
Zuletzt wurde über die Sperre russischer Sportler für die Olympischen Spielen und Paralympics in Rio verhandelt und geurteilt. In der Regel tagen diese Verhandlungen ohne Anwesenheit der Öffentlichkeit. Seitdem immer Krisen in großen internationalen und nationalen Verbänden, Korruptions- und Dopingaffären in der Welt des Sports auftauchen, hat der CAS in Lausanne viel zu tun.
Dazu muss man wissen, dass jeder Athlet, noch bevor er bei einem großen Wettkampf startet, dem zuständigen jeweiligen Sportverband eine Vereinbarung unterschreiben muss, in der die juristische Gerichtsbarkeit und Zuständigkeit bei Streitfragen an den CAS weitergegeben wird. Der Rechtsweg zu einem staatlichen Gericht ist damit versperrt. In einem CAS-Verfahren urteilen in der Regel drei Schiedsrichter, von denen jeder eine Stimme hat, am Ende aber eine Mehrheitsentscheidung gefällt wird.
Aber es gibt auch deutliche Kritik für den CAS. Beispielsweise zeigte der Fall Claudia Pechstein die Tücken dieser Sportgerichtsbarkeit und die Fallstricke des Sportrechts besonders deutlich auf. Die deutsche Eisschnellläuferin und mehrfache Olympiamedaillen-Gewinnerin wurde im Juli 2009 anhand von angeblichen Indizien wegen Blutdopings vom Eislaufweltverband (ISU - International Skating Union) für zwei Jahre gesperrt und das obwohl es keine positive Probe gegeben hatte. Der ISU entschied die Sperre aufgrund hoher Retikulozyten-Werte in Pechsteins Blut. Diese sind laut Pechstein auf eine genetisch bedingte Anomalie zurückzuführen und wurde auch in einem Gutachten bestätigt. Für die ISU waren die Werte Doping und die Sperre blieb bestehen.
Nach sieben (!) Instanzen wurde im der Streitfall Claudia Pechstein im Juni dieses Jahr vom Bundesgerichtshof entschieden, dass die Klage der Athletin wegen Schadenersatz und der entgegenstehenden Schiedsvereinbarung des CAS vor deutschen Zivilgerichten nicht zugelassen wird. In der Urteilsbegründung wurde die Entscheidung des CAS bestätigt. Da nutzte es auch nicht, dass die Eisschnellläuferin aus Berlin im Kampf gegen ihre zweijährige Sperre im Jahr 2009 vor staatlichen Gerichten in Deutschland zunächst Recht bekommen hatte.
Das Urteil des Bundesgerichtshofs ist wie eine Ohrfeige für alle Sportler und bedeutet, dass der künftige Weg in einem Streitfall Weg zu ordentlichen Gerichten versperrt bleibt. Genauso wie auch Unternehmen sich über Schiedsgerichte verständigen können, genauso wird das auch im Sport weiterhin möglich sein. Es ist absolut unrealistisch, dass sich Vereine oder Fußballer beispielsweise bei einer Sperre oder einer roten Karte die Sportsgerichtsbarkeit verlassen können. Die Information, wer im Fußball beispielsweise gesperrt ist, ist für die Fußballfans von Wichtigkeit, die regelmäßig Wettscheine abgeben. Mit einem Stargames Sportwetten Bonus kann das geschenkte Startkapital prima für eine erfolgreiche Sportwette eingesetzt werden.
Immer mehr Stimmen gegen den Sportsgerichthof kommen auf und es wird an der Neutralität gezweifelt. So wird auch kritisiert, dass es bei der Benennung des Vorsitzenden immer wieder zu einer Übermacht den Sportverbänden kommen soll. Im Fall Pechstein wurde ein Italiener als Vorsitzender benannt – der Präsident der International Skating Union, die die Eisschnellläuferin sperrte, ist ebenfalls Italiener.


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